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19.03.2014 06:55
Produkt Sensitivität


Hallo zusammen,

ich habe ein Produkt das nur noch offene Steckkontakte hat diese auch berührt werden können.
Die Steckkontakte / offenen Pins sind z.B. bis 1kV oder bis 6kV abgesichert (ESD Simulationstest bestanden) und über das Gehäuse bis 25kV abgesichert.

Meine Frage hierzu:
Wenn das empfindliche ESDS nicht mehr als Platine gehandhabt wird sondern als kpl. z.B. vergossenens Produkt wie oben beschrieben, wie wird die ESD Schutzzone ausgelegt, benötige ich bei > 25 kV Absicherung überhaupt noch eine???
Wie lege ich die ESD Schutzzone bei 1kV oder bei 6kV aus???

Vielen Dank für die Antworten!!

 



20.03.2014 07:43
Re: Produkt Sensitivität
Hallo Stefan,

gute Frage … das Thema wird regelmäßig von Kursteilnehmern aufgenommen.

Zuerst zu unserer ESD-Norm. Hier spricht man von elektronischen Bauelementen, die vor Entladungen größer/gleich 100 Volt zu schützen sind … aber auch kleiner 100 Volt. Und somit im EPA gehandhabt werden müssen.
Wo könnte man aber nun die Obergrenze ansetzen? Ich vertrete die Ansicht, dass IT-Komplettgeräte mit CE bzw. EU-Konformitätserklärung nicht unbedingt im EPA gehandhabt werden müssen.
Unabhängig davon, was gerade bzgl. CE diskutiert wird, beinhält diese Prüfung einen EMV-Test inkl. Störfestigkeitsprüfung gegen Entladungen statischer Elektrizität bei 4.000 Volt (Direktkontakt) und 8.000 Volt (Luftstrecke).

Jedoch sind offene Kontakt immer schützenswert und sollten auch außerhalb vom EPA vorsichtig behandelt werden. Deshalb behandeln viele Unternehmen ein IT-Komplettgerät mit offenen Kontakten auch weiterhin als ESDS.

Was nun ... EPA oder nicht? Falls es mit wenig Aufwand verbunden ist, würde ich zum EPA tendieren.

Schöne Grüsse
vom ESD-Coach



25.03.2014 10:44
Re: Produkt Sensitivität
Hallo ,
danke für die schnelle Antwort aber so richtig weiter hilft das mir noch nicht.
In der Norm habe ich diesen Absatz gefunden kann man sich hier was davon ableiten??

4.1.2 Bestimmung der ESD-Empfindlichkeit der Teile
Der nächste Schritt bei der Entwicklung eines ESD-Kontrollprogramms ist die Bestimmung des Empfindlich-
keitsniveaus des Teiles, der Baugruppe oder des Gerätes, für das der Plan entwickelt werden muss. Obwohl
die in IEC 61340-5-1 umrissenen Anforderungen wirksam sind, um Bauelemente mit einer Empfindlichkeit
von 100 V HBM oder höher zu verarbeiten, kann die Organisation ein ESD-Programm entwickeln, das auf
ESD-Empfindlichkeiten von größer oder kleiner 100 V HBM basiert. In dieser Situation muss die Organisation
ein ESD-Kontrollprogramm entwickeln, das klar festlegt, auf welcher ESD-Empfindlichkeit das Programm
basiert.
Die Organisation kann verschiedene Methoden verwenden, um die ESD-Empfindlichkeit der zu handhaben-
den Produkte zu bestimmen. Einige der Methoden beinhalten:
• Annahme, dass alle ESD-Produkte eine HBM-Empfindlichkeit von 100 V haben;
• tatsächliche Tests der ESD-empfindlichen Produkte, um die ESD-Empfindlichkeitsschwelle gemäß
IEC 60749-26 zu bestimmen;
• Referenzierung von ESD-Empfindlichkeitsdaten, die in veröffentlichten Dokumenten wie z. B. Datenblatt
des Herstellers veröffentlicht sind.

Vielen Dank!!

Editiert von Stefan - 25.03.2014 10:44

 



26.03.2014 07:46
Re: Produkt Sensitivität
Hallo Stefan,

der Absatz bedeutet so viel wie, dass die in der 61340-5-1 beschriebenen Kontrollelemete bis zu einer ESD-Empfindlichkeitsschwelle der Bauelemente von 100 Volt helfen. D.h., falls das elektronische Bauelement empfindlicher wie 100 Volt ist (z.B. 80 Volt eines HF-Filters in den neuen Smartphones), dann muss der Koordinator ergänzende Maßnahmen ergreifen …z.B. umfangreiche Ionisationsanlagen usw.
Sollte die Empfindlichkeit des Bauelements über 100 Volt liegen (z.B. 4 kV), dann kann der Koordinator die sinnvollsten Kontrollelemente auswählen, um eine Schädigung zu Vermeiden. Diese Maßnahmen müssen nachweislich funktionieren und natürlich im Kontrollprogramm ausreichend beschrieben werden.

In der Praxis würde das bedeuten, dass man Aufladungen analysieren muss, speziell dort, wo das Bauelement ungeschützt gehandhabt wird. Sollte dabei ein Transportwagen mit 15 kV auffallen, dann muss ein ESD-Wagen bzw. ein Wagen mit unauffälligen Aufladungen verwendet werden. Oder wenn Mitarbeiter mit synthetischer Kleidung und Aufladung größer 10 kV dort arbeiten, dann muss ESD-Kleidung bzw. reine Bauwollkleidung verwendet werden …. usw.

Wie erhält man Auskunft über die ESD-Empfindlichkeit der Bauelemente? Am Besten im Datenblatt nachblättern. Sollte dort nichts stehen, einfach beim Hersteller nachfragen. Ansonsten kann man, falls die Möglichkeit besteht, die ESD-Empfindlichkeit selbst ermitteln. Dazu benötigt man aber einen normgerechten Aufbau (z.B. gemäß 61340-3-1 HBM Personenentladung) inkl. genormten ESD-Pulsformen (z.B. gemäß 60749-26).

Schöne Grüsse
vom ESD-Coach

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